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FRB – Reise nach Portugal 2014

FRB – Reise nach Portugal 2014

By In Allgemein On 13. Januar 2015


Die letztjährige FRB – Reise vom 12. – 17. November brachte uns nach Portugal, dem Ursprungsland der ältesten Reitpferderasse, den Lusitanopferden. Natürlich kamen wir auch wegen der großartigen Kultur, die dieses Land zu bieten hat.Dank der gemeinsamen Organisation von Frau Gabi Kühner und Frau Nicola Danner mit ihrer langjährigen Verbundenheit zu diesem Land, konnten wir außergewöhnliche Zielorte erreichen.

Nach dem Flug von MÜNCHEN nach LISSABON trafen wir am frühen Nachmittag unsere humorvolle Reiseleiterin, die uns von nun an begleitet hat. Unsere Gruppe bestand aus 19 Personen und unmittelbar nach Ankunft ging die Reise gleich weiter in Richtung Norden nach TOMAR, wo wir die nächsten 2 Nächte in einem sehr schönen Hotel DOS TEMPLARIOS verbrachten. Der Name bezieht sich auf die Zeit der Tempelritter, die das CONVENTO DE CHRISTO (Christuskirche) im 12. Jahrhundert erbauten. Das Kernstück der ehemaligen Wehr-Klosteranlage ist noch immer die alte Rundkirche, die im Inneren einen weiteren oktogonalen Bau beherbergt. Wir besuchten das Kloster noch am selben Tag, es war faszinierend!

Aber noch auf dem Weg nach TOMAR konnte man schon von weitem den berühmten Wallfahrtsort FATIMA erkennen. Eine kalksteinweiße, beeindruckende römisch-katholische Kirche leuchtete uns in der Nachmittagssonne entgegen und gegenüber sah man eine riesige moderne Kirche, die von internationalen Architekten, Handwerkern und Künstlern vor noch nicht allzu langer Zeit erbaut wurde.

Am nächsten Tag, bei leider regnerischem Wetter ging es nach GOLEGA, einem kleinen Städtchen in mitten des RIBATEJO, wo uns der Überlieferung nach das älteste Pferdefest Europas, der FEIRO DO GOLEGA erwartete. Es findet immer um den 11. November statt, zum hl. St. Martin und im ganzen Ort dreht sich alles nur um eine Pferderasse, den LUSITANOS. Es ist eine der ältesten Rassen der Welt, deren Blut in fast allen Pferderassen fließt. Durch den privaten Kontakt von Frau Danner wurden wir bei Gräfin Schönborn in einen Stand mit ein paar Pferden aus ihrer Zucht zu einem Willkommenstrunk eingeladen. Wir sahen insgesamt auf dieser Messe ausdrucksstarke, majestätische Pferde, die noch immer hauptsächlich für den Stierkampf gezüchtet werden, aber mittlerweile erkennt man auch hier den Markt des Dressur- und Freizeitsports, weswegen einige Züchter ihre Zucht in dieser Richtung weiter entwickeln.

Gegen Abend flüchteten wir in die trockenen Galerieräume der deutschen Pferde- und Stiermalerin Sabine Marciniak – deren Bilder uns sehr angesprochen haben – und ´retteten´ uns anschließend aus dem strömenden Regen ins Hotel Lusitano, wo bei einem hervorragenden Dinner die Widrigkeiten des Wetters schnell vergessen waren.
Am nächsten Morgen klarte der Himmel etwas auf und wir durften die Gräfin auf ihrem Gestüt und Weingut CASA CADAVAL in MUGE besuchen. Es ist eines der ältesten Gestüte Portugals und wir konnten hier die Jungpferde und Mutterstuten besichtigen und einen Eindruck der Arbeit mit den Jungpferden unter dem Sattel und freilaufend gewinnen. Daraufhin folgte eine kleine Weinprobe und die Einladung zum Mittagessen auf ihrem noblen Landsitz. Ein äußerst beeindruckendes Anwesen, welches sich bereits in der 11. Generation im Besitz der Familie Schönborn aus Franken befindet. Anschließend ging es weiter in Richtung CASCAIS um noch eine weitere wichtige Welt der Lusitanos kennenzulernen. Der Nachwuchsstierkämpfer Mario Tavares führte uns auf seiner Anlage in die Grundlagen des portugiesischen Stierkampfes ein, eines der ältesten Reittraditionen, auf die zum Teil heutige Dressurlektionen zurückgehen. Stierkampfpferde müssen rittig, wendig und auch schön sein. Das war ein unvergessliches Erlebnis. Weiter ging die Fahrt nach CASCAIS das ganz im Westen Europas liegt, in unser Hotel PUSSADA CASCAIS. Es folgte noch ein wunderschöner Abend mit kleinen Spaziergängen und leckerem Abendessen in den netten Strandlokalen.

Dann kam schon der Samstag. Heute war ein Ausflug nach LISSABON geplant, einer Stadt, die so viel Sehenswertes zu bieten hat, dass man gar nicht weiß wo man beginnen soll. Wir besichtigten das HIRONIMUSKLOSTER im Stadtteil BELEM, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und bekannt ist als das Juwel des manuelinischen Baustils. Einst beteten dort die berühmtesten Seefahrer vor ihren Entdeckerfahrten. Paläste und Festungen konnten wir sehen und das Wahrzeichen dieser Stadt, ihre berühmten Kacheln, die auf der ganzen Welt heute noch gefragt sind. Man findet sie überall. An Fassaden der Häuser außen und innen, in Stadtparks an Mauern und Sitzbänken oder schönen Böden. Den Abend verbrachten wir glücklich und etwas müde zugleich in einem der bekanntesten FADO CLUBs der Stadt. Bei traditionellen Köstlichkeiten und dazwischen immer wieder die berühmte „traurige“ Musik Portugals, den FADO, live gesungen von bekannten Künstlern, in dunkler aber warmer Atmosphäre, verloren wir uns ganz in deren Welt bis in die Nacht hinein. Einfach wunderschön. Ich schwärme noch heute davon und kaufte eine CD.

Nun hatten wir Sonntag und ausgeschlafen ging die Fahrt nach dem Frühstück weiter nach SINTRA, vorbei an GUINCHO, einem der weltbekanntesten Strände für Surfer. Am westlichsten Punkt des europäischen Festlandes der CABO DA ROCA, entlang der westlichsten Straße Europas der MARGINAL, machten wir einen kleinen Zwischenstopp. Wir wollten die Meeresluft schnuppern und das Gefühl erleben, wie die Menschen hier früher oben vom Leuchtturm nach Amerika zu blickten. An der Küste nahmen wir noch in einem kleinen Fischlokal ein Mittagessen ein. Am frühen Nachmittag sind wir der schmalen Straße hoch durch den Wald in SINTRA angekommen. Diese höchst geschichtsträchtige Stadt gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe und war der Sommersitz mehrerer Könige. So findet man im Sintra-Gebirge eine riesige Schmuckschatulle an Schlössern, Bergruinen und verwunschenen Palästen mit üppig bewachsenen Gärten und noch vieles mehr, bis unser Kopf kaum noch etwas aufnehmen konnte, und wir von Prunk, Kultur und Schönheit vollends gesättigt waren. Es war auch Zeit nach CASCAIS zurückzukehren und unseren letzten Abend zu genießen.

Montagmorgen hieß es dann Abschied nehmen von der Küstenseite, doch auf dem Weg nach LISSABON zum Flughafen gab es noch eine Überraschung. Wir hielten noch am PALACIO QUELUZ. Der Leiter der portugiesischen Hofreitschule zeigt uns seine Stallungen mit ausschließlich Hengsten. Eine außergewöhnliche Ruhe und Disziplin und ein tolles Management beeindruckte uns. Als krönender Abschluss begeisterte uns die Morgenarbeit mit jungen Pferden, aber auch die Arbeit bis in die höchste Klasse, bis hin zur Levade. Wir bedankten uns für die interessante Vorstellung und nun mussten wir uns auf den Weg nach LISSABON machen, der Flieger wartet nicht.

Ich kann mit Sicherheit im Namen aller Reisegäste sagen, dass wir rundum eine wunderschöne Zeit erlebten und den Mitwirkenden bei der Organisation nochmals ganz herzlichen Dank aussprechen wollen. Ich denke , wir alle hoffen, dass dem FRB in der Zukunft noch einige schöne Reisen und Unternehmungen einfallen werden.

Kirsten Riegel